Wiener Visitor Economy Strategie 2025

Tourismus neu gedacht – nachhaltiger Mehrwert für die Destination

Die neue Wiener Destinationsstrategie erschien am Vorabend der Corona-Krise – und erweist sich heute als aktueller denn je.

 

Während Städte wie Amsterdam, Barcelona oder Venedig in den vergangenen Jahren zusehends unter den Folgen des Tourismuswachstums zu leiden hatten, erwiesen sich die Einstellungen der WienerInnen zum Tourismus trotz der Zuwächse als ausgesprochen positiv. Durch die Corona-Krise haben sich nun die Vorzeichen verändert: Statt „Overtourism“ haben Tourismusdestinationen mit einem Totalausfall zu kämpfen, der nicht nur den Beherbergungssektor, sondern das gesamte Ökosystem der Visitor Economy betrifft.

 

Vor diesem Hintergrund gewinnt die in der Wiener „Visitor Economy Strategie 2025“ formulierte Neuausrichtung zusätzlich an Gewicht: Es geht nicht mehr ausschließlich darum, wie sich Wien aufstellen muss, um möglichst attraktiv für BesucherInnen zu sein. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie der Tourismus möglichst viel Mehrwert für Wien schaffen kann – sei es durch direkte Wertschöpfung, durch zusätzliche Nachfrage, die Investitionen in lokale Infrastruktur erst möglich macht, oder etwa durch das globale Ansehen, das Gäste als „Botschafter“ Wiens verbreiten. Dabei soll das Profil der Stadt als kosmopolitische, weltoffene Metropole gestärkt werden, mit hoher Erlebnisqualität für die Gäste und bester Lebensqualität für die BewohnerInnen.

 

Die „Visitor Economy“ umfasst dabei nicht nur den „klassischen“ Freizeittourismus, sondern ebenso Geschäftsreisende, Kongressgäste oder „WienerInnen auf Zeit“ wie etwa MitarbeiterInnen internationaler Organisationen und Unternehmen oder Studierende aus dem In- und Ausland. Urban Innovation Vienna erstellte die Strategie in enger Zusammenarbeit mit dem WienTourismus sowie im Rahmen eines breiten Stakeholder-Dialogs, in den nicht nur die Tourismusbranche, sondern auch Bezirksverantwortliche, Kulturschaffende und DesignerInnen, ExpertInnen für Mobilität und Digitalisierung u.v.a.m. eingebunden waren.

 

In der Umsetzung der Strategie konzentriert sich das Team von Future Cities gemeinsam mit dem WienTourismus und lokalen Partnern zunächst auf jene Agenden, die für einen Neustart nach der Corona-Krise essentiell sind: eine nachhaltige Ausrichtung, die Verbesserung der Resilienz der Branche und ein verstärktes „Place Making“ innerhalb der Destination: Der Löwenanteil touristischer Aktivitäten – von der Nächtigung, über Kulturprogramm und Shopping bis zum Restaurantbesuch – war zuletzt auf das Stadtzentrum konzentriert. Dabei ist Wien reich an vielen weiteren attraktiven Grätzln mit ihrem jeweils unverkennbaren Charakter und Flair, die von zusätzlicher Nachfrage und Belebung durch BesucherInnen profitieren können. Ziel ist es also, Erlebnisräume außerhalb der Tourismuskernzone sichtbar zu machen bzw. zu entwickeln. Um für Visitors neue Angebote zu schaffen und gleichzeitig zur Entwicklung lokaler Strukturen beizutragen.

Auftraggeber

WienTourismus

Laufzeit

2018 – 2020