Managementplan Welterbe

Leitlinien zum Umgang mit dem UNESCO-Welterbe im Kontext einer zeitgemäßen Stadtentwicklung

Um den Status als UNESCO-Welterbe zu bewahren und künftig einen möglichst friktionsfreien Umgang mit dem historischen Erbe sicherzustellen, arbeitet Wien einen neuen Managementplan aus. Urban Innovation Vienna verantwortet das Gesamtmanagement des Erstellungs- und Dialogprozesses.

 

Das Zentrum von Wien wurde Ende 2001 als historische Stadtlandschaft in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Begründet wurde dies unter anderem damit, dass "die städtebaulichen und architektonischen Qualitäten des historischen Zentrums von Wien überragende Zeugnisse eines anhaltenden Werteaustauschs während des zweiten Jahrtausends sind."

 

In der Praxis führt der Welterbestatus immer wieder zu Konflikten zwischen der Erhaltung des historischen Stadtraums mit seinen Gebäuden, Plätzen und Sichtachsen einerseits und der Weiterentwicklung des lebendigen Stadtzentrums einer modernen Metropole. Zuletzt wurde das Historische Zentrum Wien anlässlich des Hochhausprojekts am Heumarkt auf die „rote Liste“ gefährdeter Welterbestätten gesetzt.


Mit dem „Managementplan Historisches Zentrum Wien“ wird nun ein integriertes Planungs- und Handlungskonzept entwickelt, das die hohe Lebensqualität der Stadt, ihre innovative Weiterentwicklung im Kontext zukünftiger Anforderungen und den Schutz des Welterbes in Einklang bringt. Mit Herbst 2021 soll die Bearbeitung des Managementplans abgeschlossen sein und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

 

Neben der Darstellung des „außergewöhnlichen universellen Wertes“ (OUV) der Welterbestätte, definiert der Managementplan Ziele für den Schutz und die Entwicklung des Welterbes und beschreibt, wie rechtliche Instrumente zur Absicherung des Welterbes zusammenwirken, Abläufe für die Abwicklung welterberelevanter Planungs- und Bauvorhaben gestaltet sind und in welcher Form ein regelmäßiges Monitoring der gesetzten Maßnahmen stattfindet.

 

Urban Innovation Vienna konzipiert und koordiniert den Prozess für die Erarbeitung des Managementplans, der die intensive Mitwirkung von Vertreterinnen und Vertretern maßgeblicher politischer, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Institutionen und Initiativen vorsieht. Der Managementplan entsteht so in enger Abstimmung mit den beiden primär betroffenen Akteursgruppen, nämlich UNESCO und ICOMOS einerseits sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Wien und des Bundes andererseits. Die kritische Expertise aus den unterschiedlichen Prozessmodulen ermöglicht einen breiten und differenzierten Blick auf das komplexe Themenfeld und trägt dazu bei, ein gemeinsames Verständnis für den Umgang mit dem Welterbe zu schaffen. 


Der Managementplan wird federführend von der Stadt Wien erarbeitet. Urban Innovation Vienna ist mit dem Prozessmanagement beauftragt, gestaltet Diskurs- und Beratungsformate, bringt die eigene Expertise in die Dialoge und inhaltliche Bearbeitung mit ein und verantwortet, in Kooperation und Abstimmung mit der Stadt Wien und auf Grundlage wissenschaftlicher Expertise, die Konzeption und Erstellung des gesamten Managementplans.

 

Foto: © Stadt Wien/Christian Fürthner

Auftraggeber

MA 21 A – Stadtteilplanung und Flächennutzung 

Laufzeit

2019–2021

Partner

Inhaltliche Fundierung und wissenschaftliche Expertise: stadtland, Cristian Abrihan