Veranstaltung: Sammelgaragen als Stellplatzalternative

Am 10. November ging die dreiteilige Fachdialogreihe „Urbane Infrastruktur für die Mobilität der Zukunft“ mit einem Webinar zum Einsatz von Sammelgaragen in Stadtentwicklungsgebieten erfolgreich zu Ende.

Sammel(hoch)garagen bieten Bewohnerinnen und Bewohnern Stellplätze für ihre Fahrzeuge und ersetzen Parkplätze im öffentlichen Raum oder in kostenintensiv errichteten Tiefgaragen unter Wohnhäusern. Die Konzentration von Parkplätzen in Sammelgaragen reduziert den Verkehr im Quartier.

Eingebettet in  Mobilitätskonzepte, die Alternativen zum eigenen Auto fördern und die Positionierung der Garagen am Rand von neuen Quartieren vorsieht, werden Wegelängen zu anderen Verkehrsmitteln angeglichen und diese somit attraktiver (bspw. die U-Bahn).

 

Wie vielschichtig das Thema ist – vom Umgang mit der Stellplatzverpflichtung hin zu betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen für das Funktionieren von Sammel(hoch)garagen – konnten die insgesamt zehn Vortragenden zeigen. Dabei wurden insbesondere auch die Möglichkeiten, die eine Hochgarage als hybrid genutzter Stadtbaustein bieten kann, beleuchtet (Kombination Parken, Handel, Sportstätten, Mobilitätsstationen).

 

Gerald Franz von Urban Innovation Vienna führte in das Thema ein und gab einen ersten Überblick zu rechtlichen Rahmenbedingungen, möglichen Hürden und ersten umgesetzten Beispielen. Christoph Kirchberger vom aspern.mobil LAB an der TU Wien stellte das Mobilitätskonzept der Seestadt Aspern vor, das u. a. die Errichtung von mehreren Sammelgaragen vorsieht, von denen bereits 8 in Betrieb sind. Mit der Präsentation der Studie „Quartiersgaragen in Berlin“ konnte Johanna Hoffert (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin) Einblicke in einen kürzlich entwickelten Leitfaden geben, der Planerinnen und Planer auf dem Weg zur Realisierung von Sammelgaragen in Stadtentwicklungsgebieten begleiten soll.

 

Dass der Einsatz von Sammelgaragen in Wiener Stadtentwicklungsgebieten noch mit Hürden verbunden ist, wurde in der zweiten Hälfte der Veranstaltung deutlich. In zwei Diskussionsrunden, die mit Vertreterinnen und Vertretern von Bauträgern beziehungsweise Garagenbetreibern besetzt waren, wurden die zu ändernden Rahmenbedingungen konstruktiv diskutiert. Die Stellplatzschaffung im Wohnbau erhöht die Baukosten drastisch und damit auch Preise, Mieten bzw. reduziert Qualitäten im Wohnbau. Bei entsprechender Anpassung rechtlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen können Sammel(hoch)garage eine echte städtebaulicher Alternative sein, insbesondere wenn diese in hybrider Form genutzt wird.

 

Den Videomitschnitt zur Veranstaltung sehen Sie hier.